Psychische Gesundheit bei SMA

Psychische Erkrankungen sind oft unsichtbar. Solange Du nicht darüber redest, erfahren selbst Familie, Freundinnen und Freunde nichts davon. Dabei zeigen Studien: Immer mehr Menschen sind betroffen – nicht erst seit Corona. Doch warum schweigen wir so oft über unsere mentale Gesundheit?

emoji_objects
Zusammenfassung

Das Wichtigste auf einen Blick

Deine psychische Gesundheit ist bei SMA genauso wichtig wie Deine körperliche Gesundheit. Eine chronische Erkrankung kann auch emotional belasten – zum Beispiel durch Sorgen, Stress oder Erschöpfung. Wichtig ist: Du musst damit nicht allein bleiben. Wenn Du früh über Deine Gefühle sprichst und Dir Unterstützung suchst, können psychische Belastungen gut behandelt werden.

01 Psychische Erkrankungen

Psychische Erkrankungen sind kein Schnupfen

Eine Erkältung oder eine Verletzung sieht man Dir sofort an. Die meisten zeigen Verständnis und Mitgefühl, wenn Du darüber sprichst. Bei Deiner Psyche ist das anders: Seelische Leiden sind unsichtbar. Leider führt genau das zu häufigem Unverständnis und Vorurteilen. Auch wenn für SMA und psychische Belastungen nur wenige Daten vorliegen , weiß man: Eine chronische Erkrankung fordert Deine Seele genauso wie Deinen Körper. 1 Darum brechen wir hier das Tabu: Schweigen und Stigma müssen Dich nicht noch mehr Kraft kosten.

02 Unterstützung

Wenn die Seele leidet: Hole Dir Unterstützung

Viele Menschen in Deutschland haben einmal im Leben eine depressive Phase. 2 Lebst Du mit einer chronischen Krankheit wie SMA, ist die psychische Belastung oft höher. Das ist keine Schwäche, sondern eine normale Reaktion auf Deine täglichen Herausforderungen. Untersuchungen belegen: 3 Menschen mit chronischen körperlichen Erkrankungen leiden im Durchschnitt häufiger an Depressionen als andere.

03 Vorturteile und Tabus

Warum ist mentale Gesundheit bei SMA noch ein Tabu?

Oft sind es tief sitzende Vorurteile, die Betroffene unter Druck setzen. Die Sorge, im Privatleben oder im Beruf auf Unverständnis zu stoßen oder sogar ausgegrenzt zu werden, wiegt schwer. Viele schämen sich deshalb – und suchen erst spät eine professionelle Behandlung.

Das kostet wertvolle Zeit. Dabei lassen sich psychische Belastungen gut behandeln – vor allem, wenn Du Dir frühzeitig Unterstützung holst. 4 Ein wichtiger Schritt kann sein, Deine eigene Resilienz zu stärken und Wege zu finden, die Dir emotional guttun.

04 Bundesweite Woche der Seelischen Gesundheit

Gemeinsam stark: Aktionswoche der Seelischen Gesundheit

Jedes Jahr rund um den 10. Oktober startet die „Bundesweite Woche der Seelischen Gesundheit“. 5 Seit 2010 organisiert das „Aktionsbündnis Seelische Gesundheit“ diese Initiative. Das Ziel: Psychische Erkrankungen aus der Tabuzone holen, Vorurteile abbauen und aufklären.

Hilfe bei Depressionen, Ängsten & Co.

Wenn die Last zu schwer wird, sprich darüber. Zum Beispiel mit Deinem Behandlungsteam: Sie können Dir Kontakte vermitteln, damit Du möglichst schnell professionelle Hilfe bekommst.
Außerdem findest Du bei folgenden Stellen wertvolle Hilfe und Informationen:
 

05 Vernetzung

Finde Austausch und Gemeinschaft

Auch Selbsthilfegruppen geben Dir Halt. Nutze die Vorteile von Peer-Support und tausche Dich in Online-Foren mit anderen aus, die Deine Situation verstehen. Passende Gruppen findest Du zum Beispiel bei NAKOS, der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen. 

06 Gemeinsam starten

Wenn der erste Schritt zu schwer ist

Fehlt Dir gerade die Kraft, selbst nach Hilfe zu suchen? Dann hol Dir jemanden an Deine Seite. Bitte einen vertrauten Menschen oder Dein Behandlungsteam, Dich zu unterstützen. Sie können für Dich zum Hörer greifen, Termine vereinbaren oder Dich begleiten. Das Wichtigste ist: Sprich über das, was Dich belastet, Deine Gedanken und Gefühle. Du bist nicht allein!

07 FAQ

Häufig gestellte Fragen

1. Woran erkenne ich Symptome einer Depression bei SMA?

Psychische Erkrankungen sind oft unsichtbar. Viele Betroffene haben Angst vor Vorurteilen oder fühlen sich missverstanden. Deshalb fällt es vielen schwer, offen über ihre Gefühle zu sprechen. Achte auf Veränderungen: Fühlst Du Dich über Wochen antriebslos, schläfst schlecht oder hast an nichts mehr Freude? Wenn diese Gefühle Deinen Alltag beherrschen, ist das ein wichtiges Signal Deiner Seele.
 

2. Ist es normal, sich mit SMA manchmal überfordert zu fühlen?

Ja. Eine chronische Erkrankung kann körperlich und emotional belastend sein. Gefühle wie Traurigkeit, Sorgen oder Frustration sind deshalb nichts Ungewöhnliches.

3. Wann sollte ich mir professionelle Hilfe suchen?

Wenn Dich Deine Gefühle über längere Zeit stark belasten oder Deinen Alltag beeinträchtigen, kann professionelle Unterstützung helfen. Dein Behandlungsteam kann Dich dabei beraten und passende Anlaufstellen empfehlen.

4. Wo finde ich Unterstützung bei psychischen Belastungen?

Hilfreiche Anlaufstellen sind zum Beispiel die Stiftung Deutsche Depressionshilfe, die Psychotherapeutensuche der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Psychotherapeutenvereinigung oder Selbsthilfeorganisationen wie NAKOS.

Quellenverzeichnis

  1. Wan HWY et al.: Health, wellbeing and lived experiences of adults with SMA: a scoping systematic review. Orphanet J Rare Dis. 2020; 15(1):70.

  2. Stiftung Deutsche Depressionshilfe: Deutschland-Barometer Depression. https://www.deutsche-depressionshilfe.de/forschungszentrum/deutschland-barometer-depression 

  3. Deutsches Ärzteblatt: Chronisch Kranke: Depressionen häufig. https://www.aerzteblatt.de/archiv/56865/Chronisch-Kranke-Depressionen-haeufig 

  4. Bundesministerium für Gesundheit: Informationen zu Depressionen. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/depression.html 

  5. Aktionsbündnis Seelische Gesundheit: Informationen zur Aktionswoche. https://www.seelischegesundheit.net/aktionen/aktionswoche/