Ableismus im Sport: Barrieren im Kopf überwinden

Ableismus bedeutet, dass Menschen Dich ungleich behandeln, weil Du eine Behinderung hast. Das ist auch im Sport ein Thema. Viele Menschen glauben, dass Du mit SMA keinen Sport machen kannst oder willst. Das ist falsch: zahlreiche Para-Sportlerinnen und Para-Sportler beweisen das Gegenteil – egal ob sie Profis sind oder Sport als Hobby treiben. Bei SMA zeigt sich Ableismus im Sport oft durch Vorurteile, fehlende Barrierefreiheit und falsche Vorstellungen darüber, was Menschen mit Behinderung leisten können.

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Zusammenfassung

Das Wichtigste auf einen Blick

Ableismus begegnet Dir als Vorurteil im Kopf oder als Stufe vor dem Fitnessstudio. Beides bremst Dich aus, wenn Du mit SMA sportlich aktiv sein willst. Wir erklären Dir, wie Du Diskriminierung erkennst, Barrieren abbaust und barrierefreie Sportorte findest.

01 Begriffsdefinition

Die Barriere im Kopf: Was ist Ableismus?

Das Wort stammt vom englischen „able“ (fähig). Es beschreibt Situationen, in denen Menschen Dich wegen Deiner Behinderung diskriminieren. Oft reduzieren andere dabei nur auf körperliche oder psychische Merkmale, weil ihr Gegenüber für sie nicht der „Norm“ entspricht. Sie urteilen dann darüber, was Du angeblich kannst und was nicht – ohne Dich selbst zu fragen oder Dir zuzuhören.

02 Vielfalt im Sport

Sport kennt keine Norm

Lass Dich nicht von den hohen Erwartungen anderer unter Druck setzen. Sport ist kein Privileg für Menschen ohne Behinderung. Sport und Bewegung bei SMA stärken Deine Gesundheit, Dein Selbstvertrauen und bringen Dich mit anderen zusammen. Auch wenn Du einen Rollstuhl nutzt, stehen Dir viele Wege offen – zum Beispiel Powerchair-Football oder -Hockey. Du entscheidest, was Dir guttut und wie Du Sport definierst. Lass Dir nicht von Vorurteilen vorschreiben, was Du leisten kannst.

03 Kriterien für Barrierefreiheit

Was macht barrierefreie Sportstätten aus?

Viele öffentliche Gebäude, darunter auch Sportstätten, müssen laut Gesetz barrierefrei geplant werden. In der Realität gilt das meist nur für Neubauten. Ältere Gebäude müssen diese Auflagen oft nicht erfüllen und schränken Dich so ein. Achte bei Deiner Wahl auf die folgenden Merkmale für echte Barrierefreiheit:
 

  • Barrierefreie Zugänge: breite Wege und Türen, nahe Parkplätze
  • Behindertengerechte WCs und Duschen
  • Viel Platz in den Umkleiden, damit Du Deinen Rollstuhl problemlos abstellen kannst
  • Schließfächer, Spinde, Kassenautomaten und vieles mehr in Rollstuhlhöhe
  • Einstiegshilfen, damit Du sicher ins Schwimmbecken gelangst
04 Spielplätze

Inklusive Spielplätze für Spielspaß ohne Grenzen

Auch Kinder brauchen Platz für Bewegung. Spielplätze sollten deshalb barrierefrei sein – doch oft versperren Gitter oder tiefer Sand den Weg. Was Radfahrende abhalten soll, bremst Menschen und Kinder im Rollstuhl leider oft aus. Deshalb gelten auch für barrierefreie Spielplätze bestimmte Anforderungen:

  • Behindertengerechte Parkplätze (am besten direkt am Eingang)
  • Breite, ebene Wege ohne Stufen oder mit Rampe
  • Barrierefreier Zugang zu mindestens einem Spielgerät (z.B. Schaukelkorb/Vogelnest, kann im Stehen, Sitzen oder Liegen genutzt werden)
  • Sandkästen ohne hohe Ränder, dafür mit Liegefläche oder unterfahrbare Sandspieltische
05 Aktiv gegen Ableismus im Sport

Tipps gegen innere & äußere Barrieren

Jeder Mensch sollte die gleiche Chance haben, Sport zu treiben. Dafür müssen wir Barrieren aus dem Weg räumen. Das gilt für Treppen oder fehlende WCs genauso wie für die Einstellung unserer Mitmenschen. Wir brauchen mehr Offenheit, damit wir wirklich alle einbeziehen. Oft merken Menschen gar nicht, dass sie sich falsch verhalten. Mit diesen Tipps gehst Du souverän damit um, wenn Dir Ableismus im Alltag mit SMA begegnet:

  • Sprich das Problem offen an und benenne den Ableismus.
  • Erkläre ruhig und freundlich, warum eine Aussage oder Situation Dich verletzt.
  • Kläre Dein Gegenüber auf, wie sie oder er sich richtig verhalten kann.
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Extra-Tipp

Mit der Website wheelmap.org ist es möglich, gezielt nach Orten zu suchen, die keine Barrieren haben.

06 Kleiner Hinweis - große Wirkung

Dein Mut bewegt etwas

Wenn nur eine Person zum Nachdenken gebracht wird, ist schon viel gewonnen. Bereits ein kleiner Hinweis kann dafür sorgen, dass Dein Gegenüber in Zukunft anders handelt und spricht. Jeder Schritt bewirkt etwas.
Bleib zuversichtlich und lass Dich nicht unterkriegen. Du wirst merken: Es fühlt sich gut an, für sich und andere einzustehen.

07 FAQ

Häufig gestellte Fragen

1. Welche Sportmöglichkeiten gibt es bei SMA?

Wähle Sportarten wie Powerchair Hockey oder Powerchair Football, wenn Du einen E-Rollstuhl nutzt. Auch Boccia, E-Sport oder Schwimmen mit Lifter sind tolle Möglichkeiten. Wichtig ist, dass Deine Trainerin oder Dein Trainer die Übungen flexibel anpasst, damit Du Spaß hast und Dich sicher fühlst.

2. Was ist Ableismus im Sport?

Es bedeutet, dass andere Dich herabsetzen oder ausgrenzen, weil Du eine Behinderung hast. Manchmal trauen sie Dir weniger zu oder bewerten Deine Erfolge nach anderen Maßstäben als die von Sportlerinnen und Sportlern ohne Behinderung. Es ist die unsichtbare Mauer aus Vorurteilen, die genauso ausbremsen kann wie eine echte Treppe vor der Turnhalle.

3. Was kann ich aktiv gegen Ableismus im Sport tun?

Melde Barrieren direkt bei den Betreibern oder Vereinen, statt sie nur hinzunehmen. Vernetze Dich mit anderen Sportlerinnen und Sportlern, um gemeinsam Veränderungen einzufordern. Je mehr Menschen laut werden, desto schneller verschwinden Vorurteile aus den Köpfen.

4. Wer berät mich bei Ableismus und SMA?

Wende Dich an die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) oder an SMA Deutschland e.V.. Diese Anlaufstellen kennen Deine Situation genau. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes unterstützt Dich zudem, wenn Menschen Dich diskriminieren. Auch die EUTB-Stellen beraten Dich bundesweit und unabhängig zu Deinen Rechten.